ZTM Jan Langner

Zahntechnik kann Spaß machen,
wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär

Um es gleich klarzustellen: Ich will keine Berufsgruppe an den Pranger stellen, aber es sollte doch möglich sein, Probleme anzusprechen, die einem das Leben unnötig schwer machen. Zugegeben, es ist nicht immer leicht, mit so manchem Erdenbürger klarzukommen, aber was ich so im Laufe meiner Tätigkeit festgestellt habe, dass immer aus denselben Praxen die schwierigen Patienten kommen. Sie können den Mund nicht öffnen, sie haben Brechreiz, sie haben unendlich viel Speichelfluss usw.

Was sind die Folgen und was bewirken sie in der Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt und den Mitarbeitern im Labor? Die Frage ist eigentlich leicht zu beantworten: Es fehlt der Spaßfaktor. Ich habe schon immer behauptet, dass anspruchsvolles Arbeiten viel leichter zu handhaben ist, weil viele Fehlerquellen gar nicht auftreten. Das bezieht sich aber nicht nur auf die Arbeit in der Praxis, nein, auch die Zahntechnik und deren Systematik der Arbeitsabläufe tragen in erheblichem Maß zum Spaß bei. Was macht Spaß und was frustet? Fangen wir mit dem Frust an. Kein Konzept, keine Planung, keine saubere Abformung, kein ordentliches Modell und dann noch eine Bissnahme, die viele Fragen aufwirft. All dies lässt die Motivation, die es zu jeder Arbeit braucht, auf den Nullpunkt sinken. Die dabei entstandenen Arbeiten sehen dann auch entsprechend aus. Nur ein klares Konzept kann uns aus diesem Dilemma befreien; dazu braucht es Rückgrat von den verantwortlichen Personen, die nicht nur den monetären Aspekt in Betracht ziehen.

Unsere Arbeit verpflichtet uns, zum Wohle des Patienten zu denken und zu handeln; eigentlich dürfte es gar nicht so weit kommen. Was bedeutet Spaß und wie kommen wir zu diesem Erlebnis, Freude an unserem Beruf zu haben? Zuerst natürlich durch das Gespräch. Was sind die an uns gestellten Anforderungen? Als nächstes die Ausgangssituation mit Modellen und Fotostatus und dem daraus resultierenden Problem. Wir sind dazu da, Probleme zu erkennen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten; erst wenn dabei ein Konsens gefunden wird mit dem Behandler und dem Patienten, kann mit der Umsetzung begonnen werden. Wenn dann alle ihr Bestes geben, ist das weitere Arbeiten hin zur Zielsetzung schon fast Routine. Es kann zudem Freude machen, durch sein Labor zu laufen, in dem jeder weiß, was und warum er es tut.